Vor einigen Tagen brachte Instagram eine neue Funktion auf den Markt: Nutzer können nun, ähnlich wie bei Snapchat, neben den regulären Posts Bilder und Videos in ihre Story laden. Nach 24 Stunden erlischt der Beitrag, Filter, Zeichen- und Texttools ermöglichen es dir, deine Bilder individuell zu bearbeiten. Was fehlt: die beliebten Gesichtsfilter von Snapchat. Das Update löste im Social Network allerhand Diskussionen aus, viele Snapchat-Anhänger verurteilten das Update als Kopie und wenig kreative Idee. So galt Instagram bis dato als Applikation, in der sich Nutzer selbst verwirklichen können. Die Fotos der Hobbyfotografen sind oft von beachtlicher Qualität und stellen für Follower eine Quelle der Inspiration dar. Für die Blogger ist Instagram eine Plattform zur Selbstverwirklichung und Inszenierung des eigenen Lebensstils. Im starken Kontrast dazu steht Snapchat: lustige Bilder mit verzerrten Gesichtern wurden in die eigene Story gepostet oder in Form von privaten Nachrichten direkt an Freunde geschickt.

Warum also vermischt Instagram mit der neuen Funktion diese beiden Apps?

Böse Zungen behaupten, dass Facebook seit dem gescheiterten Kauf von Snapchat alles daran setzen würde, Marktanteile zu übernehmen, frei nach dem Motto: „Can´t buy them? Just become them!“ Zum Hintergrund: Ende 2013 unterbreitete Facebook ein Angebot von 3 Milliarden Dollar, Snapchat lehnte dankend ab. Zum Ersten Mal musste Facebook mit einer Absage zurechtkommen, denn bis dato gelang es ihnen stets, andere Medienriesen wie Instagram oder Whatsapp einzukaufen. Und der Erfolg von Snapchat ist enorm: die App hat sich inzwischen als beliebte Anzeigenplattform etabliert. Über Geofilter, Face-Scans und Stories verbreiten Unternehmen ihre Werbekampagnen. Dieser neue Markt ist groß und noch lange nicht erschlossen. Soll die neue Story-Funktion also nur eine späte Rache für die damalige Zurückweisung sein?

Aber sind wir mal ehrlich. Klar, allein die Tatsache einer ähnlichen Funktion sorgte in der digitalen Welt für einen Aufschrei. Gleichzeitig sorgten die unzähligen Berichterstattungen automatisch für großes Interesse, inzwischen hat sich wohl schon so gut wie jeder Nutzer mit der neuen Funktion auseinandergesetzt. Aber handelt es sich hierbei wirklich um so eine ungewöhnliche Handlungsweise? Instagram-Chef Kevin Systrom selbst verwies in einem Interview mit techcrunch.com auf die Tatsache, dass viele Funktionen bestimmter Sozialer Netzwerke übernommen wurden. Facebook erfand damals die Feed-Funktion, inzwischen ist diese auch bei LinkedIn, Twitter und Instagram zu finden. Hashtags und die Funktion @username wurden von Twitter erfunden, Instagram verwendet sie inzwischen auch.

Und genau darum geht es schließlich in der Medienbranche: Unternehmen lernen und entwickeln sich weiter. Sie beobachten den Markt und optimieren das eigene Produkt, immer darauf bedacht, den maximalen Kundennutzen herauszuholen. Definitiv ist Story-Telling eine neue und sehr beliebte Art und Weise der Kommunikation und mit dem Update zeigt Instagram, das sie auch in diesem Segment mitspielen können.

Akzeptanz fand die Story-Funktion bei vielen Stars direkt: so postete die Sängerin Taylor Swift süße Katzenvideos, Supermodel Karlie Kloss feierte ihren 24. Geburtstag in ihrer Story und Schauspielerin Reese Witherspoon führte uns durch ihre Büroräume. Viele weitere Stars und Blogger sind verliebt in die neue Funktion und wir sind gespannt, wie sich Instagram weiterentwickeln wird!

Taylor Swift postet über Instagram Stories ein lustiges Video von ihrer Katze. Quelle: Instagram
Taylor Swift postet über Instagram Stories ein lustiges Video von ihrer Katze. Quelle: Instagram
Und auch Model Karlie Kloss feiert ihren 24. Geburtstag mit ihren Follower gemeinsam über die eigene Story. Quelle Instagram
Und auch Model Karlie Kloss feiert ihren 24. Geburtstag mit ihren Follower gemeinsam über die eigene Story. Quelle Instagram

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