Instagram Stories für Marken, Snapchat Stories für Freunde

Als Instagram im August das neue Format “Stories” veröffentlichte, war der Aufruhr sehr groß. Die Ähnlichkeiten zu „Snapchat Stories“ sind offensichtlich und Instagram erhielt viel Kritik dafür. Dennoch wird das neue Format auf Instagram oft und viel genutzt und besonders Marken und Unternehmen können von diesem zusätzlichen Content profitieren. Instagram’s grundlegende Struktur und der Aufbau der App ermöglichen besseres Storytelling als auf Snapchat. Im Folgenden erläutern wir, warum ihr mit Instagram Stories ein größeres Publikum erreichen und höheres Engagement generieren könnt, als mit Snapchat Stories.

Instagram’s und Snapchat’s grundlegende Eigenschaften

Trotz der Ähnlichkeit des Story-Formats sind die Plattformen an sich einander unähnlich. Instagram und Snapchat mögen beide bildbasiert sein, doch die grundlegenden Funktionsweisen der Apps sind deutlich unterschiedlich und bilden somit die Grundlage für unterschiedliche Arten von Content und User-Interaktion. Das Publikum, dass mit Instagram Stories erreicht werden kann, ist deutlich größer als das bei Snapchat. Mehr als 300 Millionen Nutzer verwenden Instagram täglich, 100 Millionen von ihnen machen dabei täglich Gebrauch von Instagram Stories (das heißt sie sehen sich Stories an oder teilen ihre eigenen Inhalte). Snapchat auf der anderen Seite hat insgesamt 150 Millionen Nutzer täglich, sodass allein Instagram Stories schon zwei Drittel der Nutzer aufweist, die Snapchat insgesamt hat.

Allgemein betrachtet, wird Instagram eher verwendet um aufgearbeitete Highlights aus dem eigenen Leben zu teilen, während es bei Snapchat eher darum geht schnelle Schnappschüsse mit ausgewählten Freunden zu teilen. Jedes Bild, das bei Instagram geteilt wird, erscheint im News Feed all derer, die einem folgen. Bei Snapchat wird hingegen ausgewählt, an wen das Bild gesendet wird, sodass mit jedem Bild ein unterschiedliches Publikum erreicht werden kann, wen man davon ausgeht, dass nicht jedes Bild an alle Freunde verschickt wird. Auf Instagram folgen Nutzer meist Freunden, Marken und Influencern, vorrangig um neuen Trends folgen zu können. Snapchat auf der anderen Seite wird meist dafür verwendet, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben und gelegentlich, um Einblicke in das Leben von Prominente zu erhalten.

Snapchat fehlt der typische News Feed, den Instagram, Facebook und Twitter verwenden. Der Content, den man erhält, ist somit auf die Bilder, die man von Freunden erhält sowie deren Snapchat Stories beschränkt. Snapchat zeigt einem keinen Content von Usern, denen man nicht folgt, während man bei Instagram im Explore-Bereich Content von Accounts sieht, die einem gefallen könnten oder die denen ähnlich sind, denen man bereits folgt. Das bedeutet grundlegend, dass die Reichweite des Contents auf Snapchat sehr begrenzt ist und nicht dafür eingesetzt werden kann, um neue Follower zu gewinnen, wie es bei Instagram der Fall ist.

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Wer auf Instagram nach Freunden, Marken oder interessanten Accounts sucht, kann dies tun, indem er Hashtags, den Namen oder ähnliche Begriffe verwendet. In den meisten Fällen, findet Instagram den gewünschten Nutzer, auch wenn die Suche einen kleinen Rechtschreibfehler enthält oder man die nötigen Sonderzeichen nicht beinhaltet. Bei Snapchat lassen sich neue Accounts nur dann finden, wenn man die exakte Schreibweise verwendet oder den Snapchat-Code des betreffenden Nutzers nutzt. Somit können bereits kleine Schreibfehler oder fehlende Sonderzeichen verhindern, dass man den gewünschten Nutzer findet. Daher ist das Suchen nach neuen Accounts und Marken auf Instagram deutlich leichter, als auf Instagram. Auch wenn viele Marken ihre Social Media Kanäle auf der Website oder in ihren E-Mails verlinken, ist es grundsätzlich schwerer neue Nutzer auf Snapchat zu finden, als auf Instagram.

Instagram’s Stories Format vs. Snapchat’s Stories Format

sc-vs-instagEin deutlicher Vorteil von Snapchat ist die endlose Auswahl an Filtern, Geotags, Effekten, Emojis und Bearbeitungstools. Dadurch sind die Inhalte auf Snapchat meist kreativer und einzigartiger, besonders, wenn es um private Bilder geht, die man mit seinen Freunden teilt. Derzeit sind die Optionen für das Bearbeiten von Inhalten bei Instagram Stories darauf beschränkt Text oder kleine Zeichnungen hinzuzufügen. Dies kann als Nachteil der Instagram Stories interpretiert werden, doch es bleibt fraglich, wie dringend Unternehmensprofile die Filter und Emojis benötigen, die es auf Snapchat gibt, wenn sie Inhalte mit ihren Followern teilen.

Instagram Stories erscheinen oben im News Feed eines Nutzers, während Snapchat Stories nur sichtbar sind, wenn man nach links wischt. Selbstverständlich wird nicht jeder Nutzer alle Stories anschauen, die ihm präsentiert werden, egal auf welcher Plattform er ist. Dennoch sind die Chancen auf Instagram höher, dass die Stories mehr Nutzer erreichen, als auf Snapchat. Außerdem hat Instagram diese Funktion klugerweise auf den Explore Bereich ausgeweitet, sodass auch dort die Stories ganz oben angezeigt werden. Dagegen bleiben Snapchat Stories dadurch limitiert, dass sie nur jene erreichen, die einem folgen und den separaten Teil der App nutzen, wo die Stories angezeigt werden.

Instagram Stories stellen eine Möglichkeit dar, weiteren Content auf instagram zu teilen, während Snapchat Stories die einzige Möglichkeit für Marken und Unternehmen sind, um ihre Nutzer zu erreichen. Instagram Stories ist somit eine sinnvolle Ergänzung des üblichen Contents, der geteilt wird, während Snapchat Stories für sich allein stehen (müssen).

Bezüglich des Hinzufügens von Inhalten zur eigenen Story, ist die Handhabung von Instagram deutlich intuitiver, als die von Snapchat. Bei Instagram wird oben neben dargestellten Stories anderer Nutzer ein umkreistes „+“ angezeigt. Indem man auf dieses Icon tippt, kann ein Bild oder Video erstellt werden, das direkt in die Story veröffentlicht wird. Bei Snapchat kann dies etwas verwirrender sein. Hier muss zunächst ein Bild oder Video erstellt werden und nach der Bearbeitung muss ein kleines Icon unten links im Bildschirm angetippt werden, um den Inhalt zur eigenen Story hinzuzfügen. Sicherlich ist der Vorgang leicht, sobald man es einmal herausgefunden hat, doch die generelle Benutzerfreundlichkeit ist bei Instagram deutlich größer, als bei Snapchat.

Bildquellen: techcrunch.com, support.snapchat.com, blog.instagram.com

Titelbild: unsplash.com/torontoeaters

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