Instagram beinhaltet fort ein neues Feature, um Selbstverletzung und Suizid entgegen zu wirken. Das Update ermöglicht es Nutzern und Mitarbeitern von Instagram Hilfe anzubieten, wenn der Inhalt von Nutzern auf psychische Probleme oder Missbrauch jeglicher Art hinweist. Die neue Funktion ist ein weiterer Schritt von Instagram, um die eigene Plattform sicher zu gestalten.

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram wachsen stetig. Sie alle basieren auf Austausch und Kommunikation, Nutzer teilen Inhalte und interagieren miteinander. Daraus können anregende Unterhaltungen und freundliche Interaktionen entstehen. Die bisher weitestgehend unbeschränkten online Plattformen erleben jedoch auch oftmals das Gegenteil: regelmäßige kommt es zu Shitstorms, Beleidigungen und Belästigungen werden beinahe konstant gemeldet. Ein ähnliches, aber bisher selten thematisiertes Problem, ist die psychische Verfassung der Nutzer, besonders in Bezug auf Selbstverletzung und auch Suizid. Instagram hat daher eine neue Funktion entwickelt, um Nutzern beizustehen, die Hilfe und Unterstützung benötigen. Diese Funktion ist ein einfacher aber effektiver Weg, um diese Probleme anzugehen. Besonders wenn man bedenkt, wie viel Teenager und junge Erwachsene auf der Plattform aktiv sind, die meist besonders anfällig für psychische Probleme sind, scheint die neue Funktion noch angemessener und notwendiger. Aber auch für andere Nutzer ist dieses Update eine gute Möglichkeit, Hilfe zu bekommen oder sie anderen anzubieten.

Die Funktionsweise des Updates

Wenn Nutzer einen Inhalt sehen, der darauf hinweist, dass der jeweilige Nutzer mit Problemen zu kämpfen hat und offen über Selbstverletzung oder Suizid spricht oder dies andeutet, hat der Nutzer die Möglichkeit diesen Inhalt anonym zu melden. Ein spezielles Team bei Instagram erhält alle Meldungen hierzu und untersucht die einzelnen Fälle. Stimmt das Team zu, dass Hilfe angeboten werden sollte, wird eine Nachricht an den Nutzer geschickt. Der Nutzer kann angebunden an diese Nachricht eine der Optionen wählen: einen Freund kontaktieren, ein Sorgentelefon oder eine Notfallnummer anrufen oder Tipps erhalten, um die Situation zu meistern. Dieselbe Nachricht wird an Nutzer gesendet, die nach Hashtags suchen, die mit diesen Problematiken verbunden sind, oder diese sogar in ihren eigenen Posts verwenden. Zwar sind die meisten Hashtags, die zu diesen Thematiken gehören, bereits auf Instagram gesperrt worden, einige wenige können jedoch immer noch verwendet werden. Einer von diesen ist beispielsweise der Hashtag #thinspo, der in Verbindung zu Essstörungen steht. Dieser wäre ein Hashtag, auf den ein Hilfeangebot folgen könnte.

„Diese Tools wurden entwickelt, um zu zeigen, dass du von einer Community umgeben bist, der du wichtig bist. Besonders in Momenten, wo diese Erinnerung am dringendsten nötig ist.“                                                                                                                                                       – Instagram Chief Operating Officer Marne Levine

Instagram im Kampf gegen Gefahren im Social Web

Im ersten Moment erscheint das neue Feature nur wie ein weiteres Update, von denen Instagram dieses Jahr unzählige veröffentlicht hat. Bei genauerem Hinblick wird jedoch deutlich, dass Instagram nicht nur daran arbeitet, die App zu optimieren, sondern auch potentielle Gefahren von sozialen Medien adressiert. Im September veröffentlichte Instagram den Key-Word Filter, mit dem unangemessene Kommentare verborgen werden können. In den Einstellungen des eigenen Accounts können bestimmte Key-Words festgelegt werden, sodass Kommentare, die diese enthalten, automatisch nicht mehr angezeigt werden. Der Key-Word Filter und das neue Update sind großartige Beispiele dafür, wie Nutzer simpel und doch effektiv geschützt werden können. Instagrams Mutter-Konzern Facebook besitzt bereits ein Feature, mit dem Nutzer und Facebook-Mitarbeiter die Möglichkeit haben, Nutzer zu kontaktieren, bei denen Selbstverletzung zu vermuten ist. Tatsächlich ist das neue Feature von Instagram dem von Facebook sehr ähnlich. Hieran wird abermals deutlich, wie Facebook Macht auf die Konzerne und Plattformen ausüben kann, mit denen das Netzwerk verbunden ist.

Das neue Feature wurde designt, um einfache Hilfe anbieten zu können. Indem die Nutzer die Möglichkeit erhalten, Meldungen anonym vorzunehmen, wird es leichter für sie sich gegenseitig zu helfen. Wenn Nutzer sich um eigene Freunde sorgen, sind sie meist unsicher, wie sie die Thematik angehen sollen und welche Art von Hilfe nötig ist. Da Instagram aber auch viele Menschen verbindet, die einander nicht persönlich oder kaum kennen, sind anonyme Meldungen umso wichtiger. Jemanden anzusprechen, den man persönlich nicht kennt, kann oft noch schwieriger sein. Daher ist es höchst sinnvoll, eine dritte Partei mit dem Hilfeangebot zu beauftragen. Mit dem neuen Feature will Instagram mehrere Themen ansprechen, unter anderem auch Essstörungen. Daher wurde das neue Feature in Zusammenarbeit mit der Nationalen Gesellschaft für Essstörungen in den USA entwickelt. Auch die Nationale Hotline für Suizid Prävention spielte bei der Entwicklung eine große Rolle. Insgesamt wirkten über 40 Organisationen bei der Entwicklung mit.

Falls ihr das Gefühl habt, dass jemand auf Instagram Gefahr läuft sich selbst zu verletzen oder in irgendeiner anderen Weise mit Probleme konfrontiert ist, nutzt diese großartige neue Funktion. Die Person darauf anzusprechen und Hilfe anzubieten, ist ein überaus wichtiger Schritt. Sollte die Person in unmittelbarer Gefahr sein, sich selbst zu verletzen oder Opfer von körperlicher Gewalt zu werden, zögert nicht die Behörden zu informieren.

Titelbild: unsplash.com/reddangelo

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