Mit der Integrierung einer Story Funktion in das Soziale Netzwerk Instagram hat Mark Zuckerberg eine klare Aussage gesetzt. Nachdem er im Jahr 2013 an dem Kauf von Snapchat scheiterte, scheint der Vorstandsvorsitzende von Facebook jetzt zu konkreten Gegenmaßnahmen zu greifen.

Denn mit dem neuen Update von Instagram soll Snapchat allem Anschein nach als Konkurrent eliminiert werden. Dass gleichnamige Update zur Story Funktion spricht dabei für sich. Auch dort lassen sich jetzt wie bei Snapchat bunt bemalte Fotos hochladen, die nach 24 Stunden automatisch wieder verschwinden.

Die Meinungen zum Update sind gespalten, einige Nutzer kritisieren die fehlenden Snapchat-Funktionen wie den Geo-Filter oder die Gesichts-Filter. Nichtsdestotrotz wurde das Update bereits großflächig angenommen und es ist zu erwarten, das einige Snapchatter zu Instagram übersiedeln werden.

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Instagram verzeichnet inzwischen eine täglich aktive Nutzerzahl von über 300 Millionen, Snapchat dagegen nur 150 Millionen. Darunter befinden sich aber vor allem junge Menschen. Und nicht nur die große Nutzerzahl ist einer der Vorteile von Instagram:

  • #Community: Bei Instagram können die User auf eine bestehende Community zurückgreifen, die ihre Story anschauen können. Bald sollen besonders beliebte Stories oder Stories, die dem eigenen Nutzerverhalten entsprechen, im Explore Bereich vorgeschlagen werden. Wesentlich komplizierter gestaltet sich dieser Vorgang bei Snapchat: hier müssen Freunde über den Nutzernamen, die Handynummer oder einen Code hinzugefügt werden.
  • #Werbung: Besonders für Unternehmen bleibt Instagram eine interessante Marketing Plattform. So zeigt die aktuelle Statistik 2016, das bereits fast jedes zweite US Unternehmen Instagram als Marketing-Kanal nutzt. Ein Grund dafür ist die klassische Timeline der App, in die sich Werbung leichter integrieren lässt als bei dem Messenger Snapchat.
  • #Daten: Instagram und Facebook verfügen über einen riesigen Datenschatz und ermöglichen durch ihren Algorithmus eine zielgruppengenaue Ansprache und Analyse von Daten. Snapchat dagegen hat keine ausführlichen Profile seiner Nutzer.
  • #Connection: Instagram verbindet die qualitativ hochwertige Timeline mit den kurzlebigen Posts der Story und bietet den Usern dadurch einen Mehrwert. Ebenfalls die Darstellung der Story Funktion als auch die Einsicht, wer die eigene Story bereits gesehen hat, sind wesentlich übersichtlicher als bei Snapchat.

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Und dieses Mal könnte Mark Zuckerbergs Plan aufgehen. Seit Jahren versucht er Snapchat zu imitieren, bis dato erfolglos. So führte er 2012 eine App namens Poke ein, die den Usern die Möglichkeit gab, untereinander Bilder zu verschicken, die sich danach von selbst zerstören. Bereits nach einigen Monaten wurde das Produkt vom Markt genommen. 2013 erfolgte dann der missglückte Kaufversuch von Snapchat. Die App Slingshot schaffte es 2014 als Konkurrent zu Snapchat nicht einmal auf den Markt. Mit Instagram könnte Zuckerberg nun den Durchbruch geschafft haben.

 

Titelbild: unsplash.com/Helloquence

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