Nicht nur Mode- und Musiktrends der 80er- und 90er-Jahre erleben ein großes Comeback, auch im Marketing gibt es immer wieder Evergreens, die Jahrzehnte überdauern. So auch User Generated Content. User Generated Content als visual Social Content wertet das Marketing eines jeden Unternehmens auf. Der visuelle Content zeichnet die Marke greifbarer, sorgt für eine einheitliche Ästhetik, erhöht die Reichweite und verbessert, wie Kund:innen eine Marke wahrnehmen. 

Marketer sind begeistert von User Generated Content, doch was ist UGC eigentlich genau? Welches Spektrum umfasst dieser recht weitreichende Begriff, was ist eine User Generated Content Plattform und wie können Unternehmen den Content nutzen? Genau darum geht es in diesem Artikel: Er beantwortet die wichtigsten Fragen rund um UGC, sodass auch du beim nächsten visual Marketing-Talk komplett im Bilde bist

Definition
User Generated Content (UGC)
UGC ist ein Akronym und steht für User Generated Content. Auch User driven Content oder nutzergenerierte Inhalte werden synonym für UGC verwendet. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei diesem Content um jeglichen Inhalt, der von Usern selber erstellt worden ist – nicht von einer Marke, einem Webseiten-Betreiber oder sonstiger Institution. Die Motivation, dass eine:e Nutzer:in eines Produktes Content über dieses erstellt und online veröffentlicht ist eine Eigenleistung der Person und wird nicht von Marken initiiert. Beispiele für nutzergenerierte Inhalte sind Online-Bewertungen, Blogartikel, Video-Clips oder Social Media Content.

Historische Einordnung von UGC

Den Begriff User Generated Content gibt es schon seit den 70er/80er-Jahren. Besonders in den 90er-Jahren, als die ersten Online-Rezensionen entstanden sind, gewann der Begriff mehr und mehr an Bedeutung. Anfang der 2000er etablierte sich das Internet und in den Folgejahren auch Social Media. Parallel wächst die Anzahl an Medieninhalten und im selben Zug auch die Anzahl an User Generated Content im Internet. Durch Shares, Posts, Storys, Likes, Mentions und Hashtags wurden Nutzer:innen zahlreiche Möglichkeiten eröffnet, um Content zu beliebigen Themen zu kreieren, diesen entsprechend zu vernetzen und ihn folglich mit Marken und Produkten in eine direkte Verbindung zu setzen.

Abgrenzung von UGC

Neben UGC gibt es noch weitere visual Social Content Formate. Im Unterschied zu User Generated Content gibt es zum einen Branded Content, der von Influencern für Marken produziert, aber nicht von den Influencern selbst, sondern im Namen der Marke auf Social Media veröffentlicht werden kann. Und zum anderen Influencer Content, der im Rahmen von bezahlten und klar definierten Kooperationen entsteht und auf den Social Media Kanälen der Influencer von ihnen selbst veröffentlicht wird. Möchtest du mehr über Influencer Marketing Kosten erfahren? Dann schau gerne in unseren dazugehörigen Blogpost rein.  

Welche Typen von User Generated Content gibt es?

Es gibt verschiedene Gestalten, in denen UGC auftreten kann. Funfact, auch Leserbriefe sind UGC, wenn auch eine recht ursprüngliche Art. Im heutigen Sinne sind meistens digitale Inhalte gemeint. Eine sehr relevante Form von UGC sind visuelle Inhalte. 

UGC in visueller Form

Visueller UGC bezieht sich auf sämtliche Bilder und Videos, die von Usern online veröffentlicht wurden. Vor allem Social Media Content spielt hier eine große Rolle. Ob @fritz, der ein Foto mit seiner neuen Outdoor-Jacke in seinem Feed-Post teilt und deine Marke taggt – @ida, die in ihrer Instagstory deine Sustainability-Kampagne repostet oder @michel, der für sein neuestes Reel deinen Branded-Hashtag nutzt, um sich mit deiner Marke zu verlinken … all das ist visueller UGC der von Nutzer:innen eigeninitiativ für Brands erstellt wird. Natürlich sind auch Hauls oder Testvideos auf Youtube eine Form von User Generated Content.  

Visual UGC – Enthusiastische User als Markenbotschafter:innen

Unter den Usern, die Beiträge zu deiner Marke veröffentlichen, kannst du Fans (aka. Brand Advocates, Enthusiast:innen deiner Marke) ausfindig machen. Das sind solche Menschen, die nicht nur einmalig ein Produkt bei dir kaufen, davon ein Foto teilen und gut ist, sondern sich stark mit deiner Marke und deinem Marken Image identifizieren. Diese Personen sind oft aktiver Teil deiner Brand Community, haben eine feste Kundenbindung und sind wahre Enthusiast:innen, wenn es um die Erstellung von markenbezogenen Inhalten geht. Es bietet sich an diese treuen Fans nach spezifischem UGC für deine Marke zu fragen, zum Beispiel im Zusammenhang mit bestimmten Kampagnen oder Produkt-Launches? 

Insider UGC deiner Angestellten (=EGC)

Employee Generated Content (EGC) ist eine Art Insider UGC. Dazu zählen sowohl kleine Imagefilme von Mitarbeiter:innen als auch Inside- und Behind-the-scenes-Accounts auf Social Media. Durch EGC können Marken ihre Werte visuell darstellen oder zeigen wie es hinter den Kulissen aussieht. Das stärkt die Glaubwürdigkeit und die Authentizität deiner Marke, indem es ein Beleg dafür ist, dass deine Marke auch wirklich so ist, wie sie sich nach Außen gibt. Vielleicht ist dein Unternehmen auf der Suche nach neuen Mitarbeiter:innen. Wenn das der Fall ist unterstützt EGC bei der Suche, da der Content deiner Marke aus Sicht der Arbeitnehmenden zeigt und Vorteile auf persönliche Weise hervorhebt.    

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Beispiel EGC – der @insidesquarelovin Instagram-Account

Weitere UGC Typen

Außerdem gibt es noch viele weitere Arten von User Generated Content. Hier ist eine Liste, bei welchen Formate neben visuellen Inhalten noch von UGC gesprochen wird:

  • Visuelle Inhalte (z. B. Google-Bilder, Youtube-Videos, Instagram Story, Facebook Beitrag)
  • Kundenbewertungen (z. B. Ratings oder Reviews bei Amazon)
  • Live-Streams (z. B. auf Youtube, Instagram, Twitch)
  • Q&A-Foren (z. B. Kommentare auf gutefrage.net)
  • Testimonials
  • Blogs
  • Leserbriefe
  • Case Studies
  • Kund:innen E-Mails
  • Tweets
  • Podcast-Episoden
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Social Proof Checkliste

Lade dir jetzt unsere Checkliste herunter, um die wichtigsten Infos und To-dos von Social Proof auf einen Blick parat zu haben.

Was ist eine User Generated Content Plattform?

Ein User Generated Content Tool, oder eine User Generated Content Plattform ist eine Software, präziser noch ein(e) Software-as-a-Service (SaaS). Das Tool unterstützt Marken dabei Bilder und Videos der eigenen Kund:innen die in Bezug zur Marke stehen (= visuellen UGC) online einzusammeln. So das Marken diesen vielfältig für ihr Marketing nutzen können, um mit authentischem Content ein nahbares Markenimage zu etablieren. 

Neben dem Einsammeln von Content hilft dir eine User Generated Content Plattform auch beim Anfragen der Nutzungsrechte, dem Managen des Contents, dem effektiven Einsetzen von UGC, sowie beim Analysieren der Daten. Um mehr über die einzelnen Schritte zu erfahren, schau gerne in unseren UGC Tool Blogpost rein oder lade dir unsern UGC Tool Basic Guide kostenlos herunter.  

"Das UGC Tool filtert für uns den relevanten Content und automatisiert Prozesse, die für uns manuell nicht mehr zu bewältigen wären. Außerdem regelt squarelovin für uns die rechtliche Situation, sodass wir uns anderen Aufgaben widmen können."
Frank Hanauer, Head of Digital Solutions & eCommerce Operations, STABILO International

Kurzfassung: Was macht User Generated Content so wertvoll?

  1. UGC ermöglicht Weiterentwicklung und Verbesserung. Er lässt Marken ihre Zielgruppe besser verstehen, da er aufzeigt, welche Menschen, wann, wie und in welchem Kontext die Produkte nutzen und welche Motivation dahinter steckt.
  2. UGC schafft eine einladende und inspirierende Ästhetik. Das verbessert einige Web KPIs. 77 % der Menschen sagen, dass sie eher bei Marken einkaufen, die eine persönliche Shopping Experience bieten. Unter anderem verlängert sich durch UGC also die Time-on-Page der Webseiten-Besucher:innen und das verbessert SEO. Folglich begünstigt es die Sichtbarkeit im Google-Suchmaschinen-Ranking und die Reichweite.
  3. UGC ermöglicht Interaktion, wenn Marken aktiv dazu einladen, durch Postings Teil der Marken-Community zu werden. Die Integration zeigt Kund:innen Wertschätzung, ermöglicht einen Austausch, fördert das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Marke, begünstigt die Kundenbindung und hilft so dabei ein starkes Netzwerk aufzubauen.
  4. UGC schafft Social Proof. Das schürt Vertrauen und stärkt die Glaubwürdigkeit der Marke. Kaufinteressierte sehen beispielsweise Visuals, Reviews oder Ratings, das bestärkt sie in ihrer Kaufentscheidung, da es suggeriert, dass andere Kund:innen bereits sehr zufrieden waren und dem Unternehmen Vertrauen. Das ist eine gute Basis für Markentreue.
  5. UGC zeichnet sich darüber hinaus durch viele weitere positive Attribute aus: authentisch, einzigartig, glaubwürdig, greifbar, günstig, mannigfaltig sowie ein hohes Identifikationspotenzial.

Wie lässt sich User Generated Content verwenden?

Nicht nur der Content aus deiner Community an sich ist mannigfaltig und abwechslungsreich, auch die Einbindungsmöglichkeiten von UGC sind unglaublich vielfältig. Eine detaillierte Beschreibung der unterschiedlichen Möglichkeiten der Einbindung liefert dir unser Blogpost Social Content vielseitig verwenden. Der Vollständigkeit halber ist hier eine blanke Auflistung: 

  • Webseiten & Online-Shops
  • Social Media Postings 
  • Social Ads
  • Kund:innen Support
  • Plakate 
  • Aufsteller 
  • TV-Werbung 
  • Printmagazine 
  • Pakete
  • E-Mail Newsletter

Tipps für den Umgang mit UGC

Wie du siehst, eignet sich User Generated Content, um ihn an den verschiedensten Touchpoints der Customer Journey einzusetzen. Mit wenigen Mausklicks lässt er sich mir nichts, dir nichts beispielsweise im Online-Shop integrieren. Wie du Instagram Content auf deiner Webseite einbindest, erfährst du in unserem Blogartikel darüber. Hier geben wir dir nun einige Tipps zum reibungslosen Umgang mit deinem Community Content.

Wem gehört User Generated Content? 

Auch bei digitalem Content gilt in Deutschland das Urheberrecht. Das bedeutet, die Person, die das Bild erstellt hat, hat die Rechte über den Content und folglich gehört diesem User auch der User Generated Content. Ihm oder ihr alleine obliegt es zu entscheiden, wer wann und wo das von ihm oder ihr erstellte Content-Piece verwendet werden darf. 

Möchten Marken den UGC ihrer Kund:innen verwenden, müssen sie demnach unbedingt vorher um Erlaubnis fragen. Für eine legale Verwendung des Fremdcontents ist es notwendig, dass Marken bei der Integration von nutzergenerierten Inhalten die Nutzungsrechte für jedes Content-Piece einzeln einholen. Das ein User deinen Hashtag verwendet hat und ein Bild so beispielsweise mit deiner Marke in Verbindung gebracht hat, erteilt dir keine Zentrale Vollmacht, das Image für dein Marketing zu verwenden. Mehr über Urheberrechte erfährst du in unserem Rights Management Guid.

Wertschätze deine Community 

Dadurch, dass du erwähnst, wer hinter der Contentproduktion steckt, gibst du nicht vor, dass der einzigartige Social Content deine Eigenleistung wäre, sondern honorierst die Leistung deiner Kund:innen. Das zeigt deiner Community Dankbarkeit und wertschätzt die Arbeit der Person, die den visual Social Content erstellt hat. Durch direkte @-Mentions kannst du zeigen, wer die Bilder erstellt hat. Auf deiner Webseite kannst du zudem durch externe Verlinkungen zu den jeweiligen Social Media Profilen verlinken. Das zeigt die enge Verbindung und Vernetzung zwischen Marke und Community und trägt so zu einer festeren und langfristigen Markenbindung bei.  

4 User Generated Content Beispiele unserer Kund:innen

Es theoretisch zahlreiche Wege, um UGC ins Marketing zu integrieren. Damit du ein besseres Verständnis davon bekommst, wie diese Theorie in der Praxis aussieht, folgen nun Beispiele wie vier unserer Kund:innen UGC in ihre visuelle Marketingstrategie integrieren.

UGC in Social Ads – Beispiel Design-Bestseller

Das Online-Einrichtungshaus Design-Bestseller schaltete Facebook Ads mit UGC. Auf der rechten Seite siehst du die Social Ad ohne User Generated Content. Die Möbelstücke wirken hier viel kühler und abstrakter. Auf der linken Seite gibt der UGC dem Tisch und der Lampe mehr Tiefe, sie wirken plastischer und wecken Ideen in den Köpfen der User. 

Social Content vielseitig verwenden_design-bestseller_de
UGC in Social Ads – Beispiel Design-Bestseller

UGC auf Produktdetailseiten – Beispiel Eddie Bauer 

Dieses Beispiel zeigt, wie die Marke Eddie Bauer auf ihren Produktdetailseiten Bilder aus der eigenen Community einbindet. Dadurch etabliert die Bekleidungsmarke eine natürliche Ästhetik und sorgt dafür, dass ihr Online-Shop zu einem Raum der Inspiration wird. Um mehr darüber zu erfahren, wie du branchenübergreifend Usern im Online-Shop Inspiration bietest, lies dir unseren Blogpost zu dem Thema durch. 

Social Content einbinden_eddie bauer_de
UGC auf Produktdetailseite – Beispiel Eddie Bauer

UGC im Online-Shop – Beispiel erlich textil

Auch erlich textlich setzt mit einem Teaser auf Inspiration im Online-Shop. Die nachhaltige Textilmarke stellt dadurch die eigene Community ins Zentrum des Marketings und baut sie durch Social Commerce Plug-ins direkt in den Kaufprozess mit ein. 

Social Content einbinden_ehrlich textil_de
UGC als Teaser im Online-Shop – Beispiel erlich textil

UGC in Magazinen – Beispiel Ostsee SH 

Der Tourismusverband Ostsee Schleswig-Holstein setzt neben regions-spezifischen Social Walls auf UGC in ihrem jährlichen Print-Magazin. Das zeigt, dass der im Web online generierte UGC kinderleicht in die Offline-Welt transformiert werden kann. 

Social Content vielseitig verwenden_Ostsee SH_de
UGC im Magazin – Beispiel Ostsee SH

Fazit

User Generated Content ist vielschichtig auf allerlei Ebenen: Er inkludiert die verschiedensten Arten, zeigt die Vielseitigkeit und Diversität deiner Kund:innen durch zahlreiche Bilder aus deiner Community ideal auf und eröffnet mannigfaltige Möglichkeiten der Integration auf den unterschiedlichsten Kanälen. 

UGC wertet durch diese Vielschichtigkeit dein Marketing enorm auf. Er öffnet unglaublich viele Türen und stellt schier endlosen visual Social Content bereit. Leider stellt diese Flut an verfügbarem visual Social Content Marken teilweise vor große Herausforderungen: Wie soll all der Content verwaltet werden, woher kommen Zeit und Arbeitskraft? Kein Problem. Glücklicherweise gibt es User Generated Content Plattformen, die deinem Unternehmen im gesamten Prozess mit nutzergenerierten Inhalten unter die Arme greifen und sie auf dem Weg zum visuellen Erfolg ideal begleitet. 

About Caro Wulf

Caro hat ein abgeschlossenes Studium in Kommunikationswissenschaft und Germanistik und unterstützt das squarelovin Team seit Anfang 2021, bei der Content Erstellung hier im Blog und für den Knowledge Bereich. Ihr Fokus liegt dabei vor allem auf Social Media und Influencer Marketing.

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