Influencer Marketing wird immer relevanter. Influencer stehen ständig im engen Austausch mit ihrer Community, wodurch sie sehr nahbar wirken und Follower eine sehr persönliche Beziehung zu ihnen aufbauen. Auch Studien bestätigen die wachsende Bedeutung von Influencer Marketing, denn laut ihnen schenken 85 % der über 30.000 Befragten persönlichen Empfehlungen deutlich mehr Vertrauen. Unternehmen nutzen diese Art des Social Proofs für sich, um den eigenen Markenwert zu steigern, das Vertrauen in die Marke zu erhöhen und so Markentreue zu ermöglichen.

Allerdings ist es oft nicht so leicht, die Kosten für Influencer Marketing nachzuvollziehen oder den wahren Wert einer Kampagne zu bestimmen. Was ist ein angemessener Preis für einen Instagram Post oder eine Videosequenz auf YouTube? Wie viel sollte für den visuellen Content ausgegeben werden und welche Faktoren beeinflussen im Influencer Marketing die Kosten für eine Kooperation? Darum soll es im Folgenden gehen.

Kosten für Influencer Marketing die wichtigsten Daten

Zuerst einmal ein paar wichtige Zahlen und Fakten. Während Corona ist Social Commerce für Unternehmen noch wichtiger geworden. Das belegt auch eine Umfrage des Bundesverbands für Digitale Wirtschaft (BVDG) zur Budgetverteilung für Influencer Marketing. Im Jahr 2020 gaben von den über 100 teilnehmenden Unternehmen 14 % an, mehr als 100.000 Euro pro Jahr in den Bereich Influencer Marketing zu investieren. 11 % gaben sogar über 250.000 Euro pro Jahr aus. 2018 waren es vergleichsweise jeweils lediglich 6 %.

Grafik_influencer-marketing-kosten_budget_de
Budget für Influencer Marketing 2018 vs. 2020, Quelle: BVDW

Insgesamt plante die Mehrheit der Befragten bereits 2021 mit einem steigenden Budget für Influencer Marketing. Daraus lässt sich schließen, dass zweifelsohne auch das Budget für das Jahr 2022 höher angesetzt wurde. Dieser Artikel listet auf, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, Influencer Marketing Kosten zu berechnen.

Welche Preismodelle gibt es beim Influencer Marketing?

In den Preis für eine Kooperation zwischen Unternehmen und Influencer fließen verschiedene Faktoren mit ein. Darunter fallen zum Beispiel die Reichweite des Influencers, das Engagement, der Brand Fit, aber auch die Social Media Plattform, die für die Kampagne genutzt werden soll.

Außerdem bestimmen natürlich der Aufwand, die Art der Zusammenarbeit, beispielsweise per Product Seeding, die jeweilige Branche und die Wiederverwendung von Content, zum Beispiel über Influencer Whitelisting, in welchem Preissegment sich die Influencer Marketing Kosten am Ende befinden. Dadurch fällt auch die Preisgestaltung für Kooperationen mit Influencern sehr individuell aus.

1. Der TKP (Tausend-Kontakt-Preis)

Der Tausend-Kontakt-Preis gilt als grober Richtwert im Influencer Marketing. Er bezieht sich auf die Kosten, die entstehen, wenn deine Marke 1000 Personen aus einer bestimmten Zielgruppe erreichen möchte. Mit ihm überprüfst du, ob die Kosten für eine Kooperation mit Influencern gerechtfertigt sind. Allerdings fließen in den finalen Preis noch weitere Faktoren wie zum Beispiel Glaubwürdigkeit, Einfluss, Engagement oder die Branche ein. Dadurch können die tatsächlichen Influencer Marketing Kosten den TKP übersteigen.

Wie wird der TKP berechnet?

Der TKP errechnet sich aus der folgenden Formel:

Preis des zu produzierenden Inhalts / Bruttoreichweite x 1000 = Tausend-Kontakt-Preis

Zudem variiert der Preis je nach Social Media Plattform und Format stark. Das liegt daran, dass bestimmte Inhalte wie zum Beispiel Videos sehr viel aufwändiger als ein Instagram-Post sind. In der nachfolgenden Tabelle findest Du die unterschiedlichen TKPs nach Social Media Plattform aufgelistet:

Social Media PlattformTKP
Instagram Post (nach Abonnenten gerechnet)ca. 2-10 €
Instagram Story (nach Views gerechnet)ca. 25 €
Youtube (60-90 sekündige Sequenz, nach Views gerechnet)ca. 30-100 €
Tausend-Kontakt-Preis nach Social Media Plattform, Quelle: W&W

Beispiel für den TKP

Nehmen wir an, ein Influencer erreicht mit einem Instagram Post 500.000 Menschen und verlangt für eine Kooperation 5.000 Euro. Daraus ergibt sich nach der Formel 5.000 / 500.000 x 1000 ein TKP von 10 Euro.

2. Die CPE (Cost-per-Engagement)

Wichtig neben dem TKP ist auch die Engagement-Rate des Influencers. Denn was bringt eine große Community, wenn diese Nutzer:innen nicht mit dem Content interagieren?

Besonders Micro-Influencer tauschen sich eng mit ihren Followern aus und genießen ein hohes Vertrauen in ihrer Community. Deswegen rechnen Agenturen bei diesen kleineren Influencern neben Festbeträgen auch mit dem Preismodell Cost-per-Engagement ab.

Wie berechnet sich die CPE?

Bei dieser Variante werden die Influencer Marketing Kosten mithilfe der Engagement-Rate berechnet. Das Engagement bezeichnet dabei alle Interaktionen mit einem Beitrag, also Likes, Kommentare und Shares. Die Engagement-Rate kann auf unterschiedliche Arten berechnet werden, je nachdem, in welches Verhältnis du die Interaktionen setzt.

1. Engagement-Rate nach Reichweite (ERR)

Mit der ERR berechnest du den Anteil der User, die den Beitrag eines Influencers liken, kommentieren oder teilen. Dabei beziehst du sowohl den Anteil der Follower als auch den Anteil der Nicht-Follower ein, die mit einem Post interagieren. Die Formel für die ERR lautet wie folgt:

Interaktionen eines Posts / Reichweite x 100 = Engagement-Rate nach Reichweite

Beispiel für die ERR
Ein Influencer erreicht mit einem Post 5.000 Personen. Davon interagieren 500 mit dem Beitrag. Nach der Formel 500 / 5.000 x 100 ergibt sich eine ERR von 10 %.
2. Engagement-Rate nach Followerzahl (ERF)

Mit der ERF hingegen wird der prozentuale Anteil der Abonnent:innen, die mit einem Post interagieren, ausgerechnet. Berechnet wird das so:

Interaktionen eines Posts / Follower x 100 = Engagement-Rate nach Followerzahl

Beispiel für die ERF
Eine Influencerin besitzt 20.000 Follower, von denen 1.000 den neuen Post liken, kommentieren oder teilen. Die ERF von 5 % ergibt sich aus der Rechnung 1.000 / 20.000 x 100.
3. Durchschnitts ER

Rechnest du alle einzelnen ERFs zusammen, erhältst du die durchschnittliche Engagement-Rate des Influencers. Diese ist ein verlässlicherer Richtwert als die ERF, da sie unterschiedliche Werte addiert und dadurch Aufschluss über die Wirkkraft des Influencers gibt. Den Durchschnittswert ermittelst du wie folgt:

ERF pro Post / Anzahl der Posts = Durchschnittliche Engagement-Rate

Beispiel für die durchschnittliche ER
Die ERFs für drei Instagram Posts betragen 2 % (Post 1), 5 % (Post 2) und 4 % (Post 3). Die durchschnittliche Engagement-Rate für diese drei Posts beträgt nach der Rechnung 11 % / 3 circa 3,7 %.

3. Affiliate Marketing

Beim Affiliate Marketing erhält ein Influencer für jedes verkaufte Produkt eines Unternehmens eine vorher festgelegte Provision. Die Anzahl der verkauften Produkte und der Erfolg der Kampagne werden über einen personalisierten Link getrackt. Dieser Link wird direkt im Post selbst oder im Instagram Profil beziehungsweise auf YouTube in der Videobeschreibung platziert. Welche anderen Möglichkeiten es gibt, die Leistungen eines Influencers und den Fortschritt einer Kampagne zu messen, erfährst du in unserem Blogpost zum Thema Influencer Marketing ROI.

Affiliate Marketing ist besonders bei Micro-Influencern sehr effektiv, da diese eine kleine, aber sehr spezifische Zielgruppe haben und die Bindung zu ihrer Community sehr hoch ist.

4. Das Buyout

Bei einem Buyout werden alle Rechte eines Produktes, in diesem Fall der Content, den der Influencer erstellt, also beispielsweise ein Post, gegen ein festgelegtes Entgelt an Dritte, also die Marke abgegeben. Influencer ermächtigen Unternehmen damit, Bilder und Videos für gewerbliche Zwecke zu nutzen und auf deren Kanälen zu veröffentlichen. Dies kann bei Aktionen auf einen Monat und eine bestimmte Region begrenzt oder bei globalen, längerfristigen Projekten zeitlich und örtlich unbegrenzt sein.

Durch den Unterschied in Zeitraum und geographischer Nutzung variiert der Preis für Buyouts stark. Grundsätzlich solltest du aber 100-200 % des ursprünglichen Content-Preises einplanen (vgl. Reachbird).

preview_factsheet_productioncosts_de

So senkst du deine Contentproduktionskosten

Lade dir jetzt unseren Fact Sheet herunter und erfahre, wie du im Handumdrehen die Contentproduktion für deine Marke optimierst und die Kosten reduzierst.

5. Unentgeltliche Bezahlung

Neben Festbeträgen und den oben erklärten Preismodellen bevorzugen manche Influencer auch eine nicht geldliche Bezahlung. Diese findet oft in Form von Tauschgeschäften, im Fachjargon “Barter-Deals” genannt, statt.

Firmen senden zum Beispiel kostenlose Samples an Influencer, welche diese dann wiederum auf ihrer Plattform erwähnen oder vorstellen. Durch den Austausch von Ware und Werbefläche profitieren optimalerweise beide Seiten gleichermaßen von dem Geschäft.

Obacht: Influencer sind nur dazu verpflichtet, die zugesandten Produkte vorzustellen, wenn dies vorher vertraglich festgelegt wurde.

Fazit und Bewertung

Influencer Marketing ist den traditionellen Werbemedien im Hinblick auf Effektivität, Engagement und Nahbarkeit weit voraus. Auch wenn die Preise für die visuelle Contentproduktion eines Instagram Posts oder eine Videosequenz auf YouTube anfangs sehr hoch wirken – Letztendlich sparst du mithilfe von Influencer Marketing Kosten und Mühe ein.

Für effektive, erfolgreiche Kampagnen ist allerdings die richtige Auswahl des Influencers entscheidend. Welche Vorteile Micro Influencer Marketing beispielsweise hat, liest du in unserem Blogpost zu dem Thema. Vergiss nicht, der Preis für eine Kooperation wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Daher ist es wichtig, dass deine Brand individuell schaut, welches Preismodell am besten zu deiner persönlichen Kampagne passt, um am Ende nicht böse von den Influencer Marketing Kosten überrascht zu werden.

Quellen

https://www.wuv.de/marketing/wie_teuer_ist_influencer_marketing_hier_sind_die_antworten
https://www.bvdw.org/der-bvdw/news/detail/artikel/bvdw-studie-70-prozent-der-befragten-messen-influencer-marketing-in-der-corona-pandemie-hoehere-bede/
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/29057/umfrage/vertrauen-in-werbeformen/

About Pia Winckler

Pia studiert Geisteswissenschaften und hat bereits erste Berufserfahrung im Online-Marketing. Seit Februar 2022 unterstützt sie das squarelovin Team bei der Erstellung von Content für den Blog. Ihr Fokus liegt dabei vor allem auf Influencer Marketing und Influencer Kampagnen Management.

More about Pia Winckler